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NSZ Wollmatinger Ried > Aktuell
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Öffentlicher Riedpflegeeinsatz: Jeder kann mitmachen!
Bild: NABU Ronja Ratzbor
Der NABU Konstanz veranstaltet am Samstag 11.2.2012 von 13.30 bis ca. 17.00 Uhr einen öffentlichen Pflegeeinsatz im Wollmatinger Ried. Alle am Naturschutz Interessierten und alle, die gerne draußen arbeiten, dürfen am Samstag zusammen mit den Mitarbeitern des NABU Rechen und Gabel schwingen und helfen, die Wiesen im Ried auf das kommende Frühjahr vorzubereiten. Der Einsatz wird mit einem deftigen Vesper und einem Riedführungsgutschein belohnt.
Treffpunkt ist das NABU Naturschutzzentrum Wollmatinger Ried im Gebäude des ehemaligen Bahnhofs Reichenau. Von dort aus werden Fahrgemeinschaften zur Pflegefläche gebildet. Die Arbeitsgeräte werden gestellt. Info: Tel. 07531/78870 und www.NABU-Wollmatingerried.de
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Nistkästen bauen für Meise und Co.
Bild: Kohlmeise (NABU Thomas Munk)
Winterzeit ist Bastelzeit! Warum nicht einen Nistkasten für Vögel, Fledermäuse oder Insekten bauen? „Das Frühjahr lässt zwar noch ein bisschen auf sich warten, aber schon jetzt macht es Sinn, an die kommende Brutsaison zu denken”, erklärt Dr. Antje Boll vom der NABU-Zentrum Wollmatinger Ried. „Die langen Abende können gut dazu genutzt werden, Nisthilfen aller Art selbst zu bauen.” Neben den bekannten Bruthöhlen für Kohlmeisen, Blaumeisen und Stare kann man auch Nischenbrüterkästen bauen, die von anderen Vogelarten besetzt werden, etwa vom Hausrotschwanz, Grauschnäpper oder der Bachstelze. Gleiches gilt natürlich auch für Hornissen, Hummeln, Wildbienen und Fledermäuse, denen das Leben durch entsprechende Kästen erleichtert werden kann. „Es ist möglich, auch mit einfachen Mitteln seltener werdenden Tieren zu helfen”, so Antje Boll. Aber natürlich ist es auch wichtig, den Lebensraum der Tiere und Pflanzen zu erhalten oder wieder herzustellen. Nistkästen erfordern eine Betreuung, etwa durch die alljährliche Reinigung im Oktober sowie eventuelle Reparaturen, zahlen sich jedoch durch viele glückliche Momente und Erfolge aus: In manchen Bereichen werden Nistkästen zu mehr als 90 Prozent angenommen.
Die NABU-Bauplansammlung von Nistkästen und Wohnhöhlen für Vögel, Insekten und Kleinsäuger gibt es beim NABU-Zentrum Wollmatinger Ried oder im Internet unter http://www.NABU.de/m05/m05_03/01082.html
Bastelnachmittage für Familien mit Kindern: Nisthilfen selbst gebaut
Am Sonntag, dem 12. 2. 2012, ab 14:30 Uhr können Kindern einfache Nistkästen aus Holz z.B. für Stare, Meisen oder Hausrotschwanz unter fachkundiger Anleitung des NABU Konstanz selber bauen.
Am Sonntag den 11. 3. 2012 ab 14:30 Uhr werden dann Nisthilfen für Insekten wie Wildbienen, Florfliegen und andere nützliche Krabbler gebaut.
Die Nisthifenbaukurse des NABU sind für Grundschulkinder (in Begleitung eines Erwachsenen) gut geeignet, da die Nistkästen aus vorgefertigten Teilen montiert werden können. Soweit Akkubohrer, Hammer und Werkzeug vorhanden sind, wird darum gebeten diese mitzubringen.
Treff: Seminarraum des NABU Naturschutzzentrums Wollmatinger Ried beim Reichenauer Bahnhof; Materialkosten: 10,- €; Anmeldung erforderlich bis Donnerstag 9.2.12 unter Tel. 07531-78870; weitere Informationen www.nabu-wollmatingerried.de
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Riedführung aktuell
Wintergäste
Viele Vögel aus dem hohen Norden überwintern im Wollmatinger Ried. Wer zur Zeit ein paar ruhige Minuten am Bodensee genießt und dabei Posaunenklänge vernimmt, der hört nicht etwa den herüberschallenden Posaunenchor der nächsten Weihnachtsfeier, sondern den melodischen Ruf der Singschwäne. Bis zu 300 Exemplare dieser großen eleganten Wasservögel verbringen den Winter am Bodensee und mischen sich unter die weiße Flotte der Höckerschwäne. Daneben überwintern bis zu 40 000 Tafel- und Reiherenten am See, die sich an den reichhaltigen Muschelbänken der Dreikantmuscheln gütlich tun.
Seit 2005 gibt es einen neuen Riedbewohner, den Biber. Vermutlich ist er aus der nahen Schweiz über den Seerhein eingewandert, wo der Biber in den 80er Jahren wieder angesiedelt wurde. Deutlich kann man im Winter Fraßspuren des Bibers an den Weiden entlang des Regenwasserkanals erkennen. Seine Nahrung besteht in dieser Jahreszeit ausschließlich aus Baumrinde. Im Sommer ernährt er sich von Wurzeln und Schösslingen im Schilf und auf den Riedwiesen und hinterlässt dabei kaum Spuren.
Die Riedführungen beginnen am Vogelhäusle (Anfahrt zum Vogelhäusle).
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Geselliger Rabenvogel mit Köpfchen
Die Dohle ist Vogel des Jahres 2012
Die Dohle lebt in Dörfern und Städten ganz nah in unserer Nachbarschaft. Besonders gern nistet sie in Schornsteinen und Kirchtürmen. Weil jedoch immer mehr Brutnischen verschlossen werden, gerät die intelligente Vogelart in Wohnungsnot. Der NABU und sein bayerischer Partner, der Landesbund für Vogelschutz (LBV), möchten die Dohle schützen und haben sie daher zum Vogel des Jahres 2012 gewählt.
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Bosch sorgt für Sicherheit und Ruhe bei der Vogelbrut
Konstanzer Mitarbeiter und ihre Familien helfen beim Bau eines Sichtschutzzaunes im Wollmatinger Ried
München/Konstanz, 15. Oktober 2011. Eine außergewöhnliche Aktion in Sachen Naturschutz hat sich die Firma Bosch Sicherheitssysteme GmbH an diesem Samstag ausgedacht. Zum 125-jährigen Firmenjubiläum bauen Konstanzer Mitarbeiter von Bosch und ihre Familien gemeinsam mit der NABU-Gruppe Konstanz e.V. einen Sichtschutzzaun von circa 250 Metern Länge für einen Brutvogelteich im Naturschutzgebiet Wollmatinger Ried.
Bei schönstem Herbstwetter arbeitet es sich leicht im Naturschutzgebiet. 45 fleißige Helfer von 6-60 Jahren packen tatkräftig mit an. Zehn Tonnen Holz und weiteres Baumaterial für den Sichtschutzzaun müssen per Hand ins Kerngebiet des Wollmatinger Rieds verfrachtet werden, da die Bodenverhältnisse für eine Anlieferung per Traktor nicht geeignet sind.
„Es macht richtig Spaß zusammen mit Papa zu arbeiten!“, meint Markus der jüngste der Helfer der Bosch Truppe. Vater Klaus kann dies nur bestätigen: „ Ich wusste gar nicht, wie schön das Ried im Herbst sein kann und wie viele verschiedene seltene Tier- und Pflanzenarten hier vorkommen.“ Der Brutvogelteich ist ein künstlich aufgestauter Teich, der es Wasservögeln, wie Kolbenenten, Zwergtauchern oder Schnatterenten, ermöglicht ungestört zu brüten. Ein Beobachtungshide ermöglicht Teilnehmern der Riedführungen einen Blick auf die Vögel beim Brutgeschäft ohne diese zu stören. Ein hautnahes Naturerlebnis, das besonders für Kinder immer sehr spannend ist.
„Der Sichtschutzzaun, der den Teich umgibt, ist in die Jahre gekommen“, erläutert Eberhard Klein vom NABU. „Wir sind froh über die großzügige Hilfe und tatkräftige Unterstützung von Bosch, denn ein kompletter Austausch der Zaunelemente ist ein arbeitsaufwändiges und teures Unterfangen, das wir als gemeinnütziger Verein nur schwer alleine stemmen könnten.“ Auch Carsten Meißner, der Projektleiter ist zufrieden: „ Von unserem Firmengelände aus genießen wir tagtäglich den einmaligen Ausblick auf das Naturreservat. Deshalb tragen wir gerne dazu bei, dass das Ried weiterhin als Lebensraum für Pflanzen und Tiere erhalten werden kann. Ganz im Sinne des Firmengründers und seiner Grundwerte „Glaubwürdigkeit, Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit“, nehmen auch wir Mitarbeiter von Bosch Sicherheitssysteme unsere gesellschaftliche und ökologische Verantwortung wahr.“
Die Wasservögel im Wollmatinger Ried, die nun weiter ungestört im Teich leben können, werden den Einsatz für ihren Lebensraum zu schätzen wissen und hoffentlich im nächsten Jahr besonders viele Junge großziehen.
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NABU gewinnt Kormoranklage
Tötungsaktion der Kormoranbrut im April 2008 war rechtswidrig und darf sich nicht wiederholen
Eine Wiederholung der "Aktion Kalt-Ei" wäre illegal. Das hat der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Mannheim in seinem Urteil vom 16.3.2011 im Kormoranrechtsstreit zwischen NABU und Regierungspräsidium Freiburg klar gemacht und damit der Klage des NABU stattgegeben. Bei der Aktion Kalt-Ei waren im April 2008 Mitarbeiter des Regierungspräsidiums Freiburg in das Natur- und Vogelschutzgebiet Radolfzeller Aachried am Bodensee eingedrungen und hatten mit Scheinwerfern die Kormoraneltern aufgeschreckt, so dass die Gelege auskühlen und absterben sollten. Der Verwaltungsgerichtshof hat in seinem Urteil festgestellt, dass diese Maßnahme rechtswidrig war, da die Voraussetzungen für die Erteilung einer Befreiung von den Verbotsvorschriften der Naturschutzverordnung nicht vorgelegen haben. Eine Befreiung wegen überwiegend öffentlicher Belange sei nicht in Betracht gekommen und auch eine Befreiung im Hinblick auf die von der Fischereiwirtschaft beklagten Schäden sei nicht gerechtfertigt gewesen. Es habe nicht nachgewiesen werden können, dass die Kormoranpopulation am Untersee für die Ertragsrückgänge der Fischer verantwortlich sei. Nach Auffassung des Gerichtes hätte eine Befreiung von den Verbotsvorschriften des Naturschutzgebietes auch deshalb nicht erteilt werden dürfen, weil das Radolfzeller Aachried in einem der Europäischen Kommission gemeldeten Vogelschutzgebiet liegt und die Maßnahme nicht ausreichend auf Verträglichkeit mit den Erhaltungszielen des Gebietes geprüft wurde.
Mit diesem Urteil unterstützt der VGH den NABU in seinem Bemühen, dass wenigstens in Schutzgebieten dem Naturschutz klarer Vorrang vor allen Nutzerinteressen eingeräumt werden muss. Angesichts des Urteils ist nun auch die Kormoranverordnung von 2010 zu hinterfragen, die die Landesregierung angeblich zum Schutz von bedrohten Fischarten deutlich verschärft hat. Nach Ansicht des NABU basiert die Kormoranverordnung auf den gleichen falschen Annahmen wie die Aktion Kalt-Ei. Wichtiger wäre es zum Schutz der Äschen sich für Klimaschutz und naturnahe Bäche und Flüsse einzusetzen, anstatt den Kormoran flächendeckend sogar in Vogelschutzgebieten zum Abschuss freizugeben. Mehr zum Kormoranurteil beim NABU BW
Pressestimmen:
PM des NABU BW
PM des Verwaltungsgerichtshofs Mannheim zum Kormoranurteil
Südkurier 17.3.2011 zum Kormoranurteil
Südkurier 17.3.2011 zur Urteilsbegründung
Südkurier 9.4.2008 zur Aktion Kalt-Ei
PM dpa
Filmbeitrag Landesschau BW des SWR vom 16.3.2011
Hintergrundinformationen zum Thema Kormoran am Untersee in einer umfangreichen Poster Ausstellung:
Poster 1: Oligotrophierung des Untersees
Poster 2: Bestandsentwicklung des Kormorans am Bodensee
Poster 3: Fischerei am Bodensee
Poster 4: Vergrämung des Kormorans
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„Menschen für die Natur sensibilisieren“
NABU informiert CDU-Politiker über Stand des Zentrum-Neubaus
09. September 2010 - Reichenau – „Der Neubau des NABU-Naturschutzzentrums am Bodensee wird ein ökologisches Vorzeigeprojekt“, sagte NABU-Landesvorsitzender Dr. Andre Baumann am heutigen Donnerstag den CDU-Politikern Umweltministerin Tanja Gönner, Andreas Hoffmann (MdL) und Andreas Jung (MdB) während eines Besuchs auf der schwimmenden Schutzstation Netta im Naturschutzgebiet Wollmatinger Ried. Dort hatte Baumann die Politiker über den aktuellen Stand der Planungen informiert und mit ihnen über aktuelle Naturschutzthemen gesprochen.
„Noch ist das Bebauungsplanverfahren der Gemeinde Reichenau für das Gebiet Göldern Ost nicht abgeschlossen. Wir hoffen aber, dass wir im vierten Quartal 2010 mit voller Kraft in die konkrete Entwurfs- und Genehmigungsplanung für das neue Gebäude einsteigen können“, sagte Baumann weiter. Der Landesvorsitzende ist froh, dass sich die CDU-Fraktion und das Land für den Neubau engagieren. Allerdings reichen die finanziellen Mittel noch nicht aus. Der NABU kümmert sich deswegen aktuell darum, zusätzliche Mittel zu akquirieren.
Das Wollmatinger Ried gehört zu einem der wichtigsten Naturschutzgebiete in Baden-Württemberg. Soweit wie möglich werden nachwachsende Rohstoffe verwendet. Die Baumaterialien für das Haus sollen aus der Region stammen, und der Neubau soll den Standard eines Plusenergiegebäudes erfüllen. Dies bedeutet, dass der Energiegewinn des Hauses größer als sein Verbrauch sein wird. Durch den Neubau können die Schutzgebiete für das Land künftig noch besser betreut und die Pflege der Naturschutzflächen optimiert werden. Außerdem gilt es, die Menschen, die am Bodensee leben oder dort ihre Ferien verbringen, für die Natur zu sensibilisieren. „Die Menschen sollen die Natur nicht nur als Kulisse wahrnehmen, sondern auch erkennen, was sich dahinter verbirgt“, sagte Baumann.
Die CDU-Politiker zeigten sich von den Plänen begeistert. Für Andreas Hoffmann bietet das geplante Naturschutzzentrum zahlreiche Möglichkeiten für Jung und Alt und ist auch ein neuer wichtiger Mosaikstein für den Tourismus in der Region. „Im Zuge des Ausbaus der B 33 wird der Radweg verlegt, der dann direkt am Zentrum vorbeiführt. So werden zahlreiche Besucher an dem Zentrum vorbeikommen und hier einen Stopp einlegen, zumal es laut NABU ein gastronomisches Angebot geben wird. Das NABU-Naturschutzzentrum wird richtungsweisend für andere Projekte dieser Art und setzt neue Maßstäbe, auch bei den Angeboten für Schulklassen.“
Umweltministerin Tanja Gönner fügte hinzu: „Ich freue mich, dass Land und EU durch die vorgesehene Förderung von einer
Million Euro eine wesentliche Voraussetzung dafür schaffen konnten, um sowohl ein zukunftsweisendes Informationszentrum für
Besucher des Wollmatinger Rieds als auch eine Anlaufstelle für Umweltfragen in der Region einzurichten. Immerhin gehört das
Wollmatinger Ried mit dem Europa-Diplom als Auszeichnung zu einem der wichtigsten Naturschutzgebiete in Baden-Württemberg." Dem stimmte auch Andreas Jung zu. „Die Natur am Bodensee ist ein Juwel. Hier wird man sie verstehen und hautnah erleben können. Wir freuen uns über diese Initiative."
Neben dem Neubau des Naturschutzzentrums erklärte Baumann den Politikern außerdem die Funktion der NABU-Naturschutzstation Netta. Ehrenamtliche wachen auf dem Boot über das Naturschutzgebiet Wollmatinger Ried, erforschen die reiche Vogelwelt des Bodensees und informieren Wassersportler darüber, wie sie Störungen und Schäden an Pflanzen und Tieren vermeiden können. |
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Wollmatinger Ried mit dem Europadiplom ausgezeichnet
PRESSEMITTEILUNG MINISTERIUM FÜR UMWELT, NATURSCHUTZ UND VERKEHR Nr. 62/2010 9. April 2010
Umweltministerin Tanja Gönner: "Mit dem Europadiplom wird die hervorragende Naturschutzarbeit im Land auch auf europäischer Ebene gewürdigt"
"Der Europarat hat das Naturschutzgebiet 'Wollmatinger Ried Untersee-Gnadensee‘ (Landkreis Konstanz) für weitere zehn Jahre mit dem Europadiplom ausgezeichnet. Mit dieser Auszeichnung wird die erfolgreiche Arbeit der baden-württembergischen Naturschutzbehörden und des Naturschutzzentrums auch auf europäischer Ebene gewürdigt. Außerdem wird die europäische Bedeutung des Wollmatinger Rieds unterstrichen", sagte Umweltministerin Tanja Gönner heute (9. April 2010) in Stuttgart. Das Wollmatinger Ried sei vor allem als international bedeutsames Rastgebiet für Wasservögel bekannt. Häufig hielten sich dort bis zu 40.000 Wasservögel
auf. Das Naturschutzgebiet beherberge zudem zahlreiche seltene und gefährdete Pflanzenarten, zum Beispiel heimische Orchideenarten
und Sumpfpflanzen wie das Gottesgnadenkraut sowie Strandrasengesellschaften, die es nur am Bodensee gebe.
Das Europadiplom sei 1965 für Gebiete mit herausragender Bedeutung zum "Schutz des europäischen Erbes von Flora und Fauna, seiner Umwelt und seiner Ökosysteme" vom Europarat ins Leben gerufen worden. Erstmals sei das Diplom dem Wollmatinger Ried 1968 verliehen worden. Vor der jetzigen Verlän-gerung des Diploms hätten Experten des Europarates das Naturschutzgebiet erneut begutachtet und verschiedene Empfehlungen formuliert. Als außerordentlich wichtig bezeichneten die Experten es, dass das Naturschutzgebiet sich natürlich entwickeln könne, besonders in den Flachwasserzonen. Natürliche Erosion und Sedimentationsprozesse sollten nicht behindert werden. Weiter werde empfohlen, alle Fischereiaktivitäten in den "Schläuchen" und
den Lagunen der Hegnebucht für eine Versuchszeit von drei Jahren einzustellen. Besondere Bedeutung würden die Experten auch einer
guten Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Schweiz beimessen. Dies gelte im besonderen Maße für das Ermatinger Becken.
Rasch geklärt werden solle auch der weitere Betrieb des Naturschutzzentrums im ehemaligen Reichenauer Bahnhof. Hierfür hatte der Landtag bereits 2009 Mittel für einen Zuschuss von einer Million Euro bereit gestellt. Das Land habe die Betreuung des Schutzgebiets dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) übertragen. Dieser habe in Zusammenarbeit mit den Naturschutzbehörden
Grundstücke erworben, Informationseinrichtungen aufgebaut und durch umfangreiche Pflegeeinsätze wertvolle Lebensräume
erhalten.
"Die zahlreichen Maßnahmen, die staatlicher und privater Naturschutz in den vergangenen Jahren durchgeführt haben, tragen Früchte und haben das Schutzgebiet noch wertvoller gemacht. Die Auszeichnung durch den Europarat ist zugleich Unterstützung und Ansporn für die weitere Naturschutzarbeit im Wollmatinger Ried", sagte die Ministerin.
Der Europarat mit Sitz in Straßburg (Frankreich) hat heute 47 Mitgliedsstaaten und umfasst damit fast alle Staaten Europas. Er wurde am 5. Mai 1949 gegründet, um in ganz Europa gemeinsame und demokratische Prinzipien zu entwickeln. Er ist nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Rat, der regelmäßigen Zusammenkunft der Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten der
Europäischen Union.
Was ist das Europadiplom?
Das Europadiplom für Schutzgebiete wurde 1965 eingeführt. Der Europarat verleiht dieses Prädikat Naturschutzgebieten, die aufgrund ihrer biologischen oder geologischen Vielfalt oder ihres Landschaftsbildes von außergewöhnlichem europäischem Interesse sind. Das Europadiplom ist befristet und kann nach erneuter Prüfung wiederholt vergeben werden. In Deutschland gibt es acht
Gebiete, denen dieses Prädikat verliehen wurde. Zwei davon liegen in Baden-Württemberg: neben dem Wollmatinger Ried das Wurzacher
Ried.
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Riedführungen
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angemeldete Riedführungen
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öffentliche Führungen ohne Anmeldung Terminplan |
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Naturerlebnis
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Was Sie zu den verschiedenen Jahreszeiten beobachten können |
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